Im Rahmen der Nachsorge chronischer Schmerzen beim Hund bleiben einige Situationen schwer zu beurteilen. Der Hund scheint sich zu verbessern, die Lahmheit ist gering oder intermittierend, doch die funktionelle Erholung ist nicht immer so eindeutig, wie sie scheint.
Dies ist der in diesem Artikel vorgestellte Fall: ein Hund, der wegen eines teilweisen Risses des rechten vorderen Kreuzbandes betreut wird, mit bereits eingeleiteter Behandlung, jedoch noch unzureichendem klinischem Verlauf.
Dank der wiederholten Aufzeichnungen mit Tendiboots™ Canine war es möglich, die Entwicklung seiner Fortbewegung im Laufe der Besuche sowohl im Schritt als auch im Trab zu verfolgen und die funktionellen Veränderungen im Zeitverlauf besser zu visualisieren.
Dieser Fall verdeutlicht den Nutzen objektiver Daten bei der Nachverfolgung chronischer Schmerzen: Sie ermöglichen es, die klinische Beobachtung zu ergänzen, die Untersuchungen miteinander zu vergleichen und besser zu verstehen, ob der Hund tatsächlich Fortschritte in seiner Genesung macht.
Ein subtiler Fall der Nachverfolgung chronischer Schmerzen
Der in diesem Fall vorgestellte Hund wurde wegen eines teilweisen Risses des rechten vorderen Kreuzbandes betreut. Bei der ersten Untersuchung bestand die Lahmheit seit etwa einem Monat.
Eine konservative Behandlung war bereits eingeleitet worden, mit mehreren Sitzungen von Lasertherapie und Hydrotherapie. Der Hund befand sich somit bereits in einem Rehabilitationsprozess mit regelmäßiger Überwachung seines Fortschritts.
Der Hund zeigte eine Synovitis, einen Gelenkerguss und leichte arthrotische Veränderungen.
Trotzdem blieb die sichtbare Lahmheit gering und intermittierend. Im Verlauf der Besuche dokumentierten die klinischen Bewertungen eine Lahmheit der rechten Hintergliedmaße Grad 1, dann keine sichtbare Lahmheit, gefolgt von erneut einer Lahmheit der rechten Hintergliedmaße Grad 1.
Diese Art von Situation ist häufig bei der Nachsorge chronischer Schmerzen: Der Hund zeigt nicht unbedingt eine ausgeprägte Lahmheit, aber die Frage seiner Genesung bleibt entscheidend.
Warum eine leichte Lahmheit nicht immer ein geringes Problem bedeutet
Eine leichte Lahmheit bedeutet nicht immer, dass das Problem geringfügig ist. Bei chronischen Erkrankungen kompensieren einige Hunde stark und bewegen sich trotz anhaltender Beschwerden weiter.
Der Besitzer kann den Eindruck haben, dass es dem Hund besser geht, insbesondere wenn dieser mehr läuft oder bestimmte Aktivitäten wieder aufnimmt. Dennoch bleiben einige Anzeichen wichtig zu beachten: Steifheit, Schwierigkeiten beim Springen ins Auto, Gewichtsverlagerung oder langsamer als erwartete Erholung.
In diesem Fall zeigte der Hund eine Verbesserung, diese war jedoch nicht ausreichend, um den Kliniker vollständig zu beruhigen. Die Funktion blieb im Alltag eingeschränkt.
Genau bei dieser Art der Nachsorge können wiederholte Bewegungsdaten eine interessante ergänzende Information liefern.
Was Tendiboots™ Canine zur Nachsorge beigetragen hat
Tendiboots™ Canine ermöglicht die Aufzeichnung der Bewegung des Hundes in Bewegung und die Erfassung mehrerer Parameter wie Schrittlänge, Schrittgröße, Aufprallkraft, Schrittdauer und Bodenkontaktzeit.
Diese Daten werden zwischen den Vordergliedmaßen und zwischen den Hintergliedmaßen verglichen, um Asymmetrien und deren Entwicklung hervorzuheben.
In diesem Fall lag der Hauptnutzen in der zeitlichen Verlaufskontrolle. Der Hund wurde bei mehreren Untersuchungen im Schritt und Trab erfasst, was einen Vergleich seiner Entwicklung von einer Untersuchung zur nächsten ermöglichte.
Die Tendiboots™ Daten ermöglichten es, die Veränderungen der Fortbewegung besser zu visualisieren, aber auch zu zeigen, dass die Verbesserung je nach beobachtetem Gang nicht identisch war.
Erstuntersuchung: subtil im Schritt, deutlicher im Trab
Beim ersten Befund war die Asymmetrie des rechten Hinterbeins vorhanden, jedoch beim Gehen relativ unauffällig.
Im Trab hingegen wurde das Ungleichgewicht deutlicher sichtbar. Dieser Unterschied zwischen den Gangarten ist wichtig, da einige Bewegungsstörungen im Schritt allein schwerer zu erkennen sein können.
Im Rahmen einer Nachsorge ermöglicht der Vergleich mehrerer Gangarten somit eine umfassendere Sicht auf die Fortbewegung des Hundes.
Vergleich Schritt (links) und Trab (rechts) bei der ersten Untersuchung.
Dieser Punkt ist in der Praxis wichtig. In subtilen Fällen kann die gewählte Gangart für die Bewertung die Sichtbarkeit der funktionellen Asymmetrie verändern. Ein Hund kann im Schritt wenig beeinträchtigt erscheinen, während dasselbe Muster im Trab deutlicher wird.
Für die Kontrolle chronischer Schmerzen ermöglicht dies, sich nicht nur auf eine einzige Beobachtung des Hundes zu stützen.
Nachverfolgung: eine Verbesserung, die nicht vollkommen linear verläuft
Bei der zweiten Untersuchung wurde klinisch keine Lahmheit festgestellt. Auf den ersten Blick konnte die Entwicklung daher beruhigend erscheinen.
<<<PAGETWIN_TEXT Die Bewegungsdaten lieferten jedoch eine differenziertere Einschätzung. Im Vergleich zur ersten Untersuchung schien der Trab sich zu verbessern, während der Schritt weiterhin gemischte Ergebnisse zeigte. PAGETWIN_TEXT>>>
Diese Art der Entwicklung ist in der Rehabilitation häufig: Die Fortschritte verlaufen nicht immer linear und sind je nach Gangbild oder Beobachtungsbedingungen unterschiedlich.
Wiederholte Aufzeichnungen ermöglichen es dann, Veränderungen genauer zu verfolgen und zu vermeiden, sich nur auf einen einzelnen Eindruck zu stützen.
Vergleich Schritt (links) und Trab (rechts) bei der zweiten Untersuchung.
Der therapeutische Kontext: Hydrotherapie und Rehabilitation
<<<PAGETWIN_TEXT Die Hydrotherapie war Teil der Behandlung dieses Hundes. Die Sitzungen begleiteten seinen Rehabilitationsverlauf und ermöglichten eine schrittweise Aufrechterhaltung einer funktionellen Arbeit. PAGETWIN_TEXT>>>
Es bedeutet jedoch nicht immer, dass die Genesung im Alltag ausreichend ist, nur weil ein Hund in der Sitzung Fortschritte macht.
In diesem Fall dienen die Videos der Hydrotherapie vor allem dazu, den Behandlungskontext zu verstehen. Sie sollten nicht als strenger Vorher-Nachher-Vergleich interpretiert werden, da die Bedingungen nicht identisch waren.
Der Vorteil besteht vielmehr darin, die Tendiboots™ Daten in eine ganzheitliche Nachsorge einzubetten, bei der mehrere Informationen – klinisch, bildgebend, Rehabilitation und Lokomotion – berücksichtigt werden.
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Eine objektive Verbesserung, aber anhaltende klinische Besorgnis
Bei der dritten Untersuchung zeigten die Tendiboots™ Daten eine Verbesserung der Fortbewegung. Der Hund zeigte eine ausgewogenere Gewichtsverteilung als zu Beginn der Nachsorge.
Diese Entwicklung war positiv, reichte jedoch nicht aus, um die gesamte klinische Situation zu erklären. Der Hund blieb steif, stellte seine Fähigkeiten im Alltag nicht vollständig wieder her und sprang weiterhin nicht ins Auto.
Der Kliniker empfahl daher eine chirurgische Begutachtung, da die Genesung trotz der bereits eingeleiteten Behandlung hinter den Erwartungen zurückblieb.
Dieser Fall zeigt, dass eine sichtbare Verbesserung in den Daten real sein kann, gleichzeitig jedoch im Hinblick auf den allgemeinen funktionellen Zustand des Hundes unzureichend bleibt.
Nachverfolgung im Trab von der ersten bis zur letzten Untersuchung.
Überwachung der Symmetrie der Hinterbeine von der ersten bis zur letzten Untersuchung.
Die „perfekte“ Symmetrie ist 0 auf der Y-Achse.
Das ist kein Widerspruch. Es ist die Realität vieler chronischer muskuloskelettaler Fälle: Ein Hund kann sich verbessern, ohne sich ausreichend zu verbessern.
Drei praktische Erkenntnisse für die Nachsorge bei chronischen Schmerzen
Dieser Fall hebt drei wichtige Punkte für die Nachsorge bei chronischen Schmerzen hervor.
1. Eine Verbesserung bedeutet nicht immer eine vollständige Genesung.
Ein Hund kann Fortschritte zeigen und in bestimmten Alltagsaktivitäten weiterhin eingeschränkt bleiben.
2. Die langfristige Nachsorge ist entscheidend.
Eine einzelne Aufzeichnung liefert nützliche Informationen, aber wiederholte Untersuchungen ermöglichen ein besseres Verständnis der tatsächlichen Entwicklung des Hundes.
3. Objektive Daten erleichtern die Kommunikation.
Sie ermöglichen es, Fortschritte sichtbar zu machen, die Entwicklung dem Besitzer zu erklären und die Nachsorgeentscheidungen mit messbaren Elementen zu unterstützen.
In welchen Fällen ist diese Art der Nachsorge sinnvoll?
Die wiederholte Analyse der Lokomotion ist besonders interessant, wenn:
- die Lahmheit ist gering oder intermittierend;
- der Hund scheint sich zu verbessern, aber die Genesung bleibt unsicher;
- der Kliniker möchte mehrere Besuche vergleichen;
- Die Nachsorge der Rehabilitation muss dem Besitzer erklärt werden;
- die Frage ist, ob die Fortschritte ausreichend sind.
In diesen Situationen liefern objektive Daten eine visuelle und quantifizierte Unterstützung, um die funktionelle Entwicklung des Hundes genauer zu verfolgen.
Den vollständigen Fall im Webinar ansehen
Dieser Fall wird im Webinar ausführlich behandelt: Wenn die Nachsorge subtil ist: Die Funktion bei der Kontrolle chronischer Schmerzen überwachen (auf Englisch und präsentiert beim Chronic Pain Symposium 2026).
Wir gehen auf die Chronologie des Falls, die Tendiboots™ Canine-Aufzeichnungen, den Rehabilitationskontext und die Bedeutung objektiver Daten bei der Überwachung chronischer Schmerzen ein.
Erfahren Sie, wie wiederholte Bewegungsmessungen dabei helfen können, die Entwicklung eines Hundes besser zu verfolgen, wenn die klinische Besserung schwer zu interpretieren ist.
Diese Nachsorge wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Hélène Fugier von Funktionelles Rehabilitationszentrum ReeduCat & Dog.
Danke ihr für das Teilen.


