Lokomotionsdaten in der Hundephysiotherapie

Treffen mit Dr. Nina Lucas, Leiterin des tierärztlichen Zentrums Kinévet’eau. Spezialisiert auf Physiotherapie und funktionelle Rehabilitation, teilt Dr. Lucas ihre Erfahrungen über den Nutzen von Lokomotionsdaten in ihrer Hundepraxis.

Wir reisen nach Canéjan (33), um mehr über das Lokomotionsanalyse-Tool Tendiboots™ Canine zu erfahren!

Fokus auf die Rehabilitation

Das ausschließlich auf Physiotherapie spezialisierte Zentrum Kinévet’eau hat die Aufgabe, Tiere bei der Wiederherstellung ihrer körperlichen Fähigkeiten nach einer Operation, einer Verletzung oder im Verlauf einer Erkrankung zu begleiten.

Als Ergänzung zum behandelnden Tierarzt werden die in der Klinik betreuten Hunde überwiegend überwiesen. Dr. Lucas führt keine weiteren medizinischen oder chirurgischen Eingriffe außerhalb der Physiotherapie durch.

Die in der Praxis angebotenen Ausstattungen und Leistungen umfassen Hydrotherapie, Massophysiotherapie, Kryotherapie und Thermotherapie, Elektrostimulation sowie therapeutische Laserbehandlung. Zur Verlaufsüberwachung der Lokomotion über die Zeit ist die Klinik zudem mit der Tendiboots™ Canine-Technologie ausgestattet.

Der Nutzen von Lokomotionsdaten in der Physiotherapie

Die Verwendung der Tendiboots-Armbänder ist insbesondere für die Verlaufskontrolle orthopädischer Erkrankungen von großem Nutzen, wie Dr. Nina Lucas bestätigt.

 

Dagegen setzt sie diese Technologie nur selten bei Hunden mit ausgeprägten neurologischen Erkrankungen ein, beispielsweise bei Lähmungen infolge eines Bandscheibenvorfalls.

Bei ihren orthopädischen Konsultationen erweist sich das Tool hingegen als sehr effektiv für:

  • Unterstützung bei der Erkennung subtiler Lahmheiten
  • Sicherstellung der Kraft- und Funktionswiederherstellung des Tieres bei Arthrosefällen
  • Bestätigung ihrer klinischen Untersuchungen und Verdachtsdiagnosen
  • Ermöglichung einer objektiven Bewertung der lokomotorischen Störung und ihrer Entwicklung im Verlauf der Rehabilitation

In der Klinik werden häufig Hunde mit Arthrose, Kreuzbandläsionen (TPLO), neurologischen Erkrankungen sowie Rückenschmerzen behandelt.

Die Mehrheit der Patienten wird mit einer bereits bekannten Diagnose überwiesen. In einigen Fällen erhält Dr. Lucas jedoch auch Hunde, bei denen die Diagnose noch nicht eindeutig gestellt wurde.

 

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Tier eine unklare Lahmheit zeigt.

In solchen Situationen kann das Tier zur weiteren Abklärung an einen Orthopäden überwiesen werden, um zusätzliche Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen durchzuführen. Wenn ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, kehrt der Hund nach der Operation zur Rehabilitation in die Klinik Kinévet’eau zurück.

 

Wird hingegen eine konservative Behandlung empfohlen, erfolgt keine Operation und die Rehabilitation beginnt direkt.

Häufiger Anwendungsfall: mediale Schulterinstabilität

Die mediale Schulterinstabilität ist ein häufiger Vorstellungsgrund in der Klinik. Diese Störung steht oft im Zusammenhang mit einem Trauma, wie einem Ausrutschen oder einer ungünstigen Landung, wodurch es zu ligamentären Läsionen im Schulterbereich kommt. Das Gelenk verliert dadurch an Stabilität, was eine Hypermobilität oder eine abnorme Verschiebung der knöchernen Strukturen verursachen kann (z. B. eine abnorme Verlagerung des Humerus im Verhältnis zur Scapula).

 

Das Schultergelenk ist ein komplexer Bereich und in Fällen schwerer Läsionen (wie einem vollständigen Bandriss oder einer ausgeprägten Instabilität) kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Je nach Fall kann eine Orthese eingesetzt werden, um die Struktur zu stabilisieren und die physiotherapeutische Behandlung zu unterstützen.

 

Diese Art von Erkrankung spricht in der Regel sehr gut auf Physiotherapie an, und Rückfälle sind selten.

Beispiel eines Falls mit medialer Schulterinstabilität. Der orange markierte Parameter der Spitzenkraft zeigt eine asymmetrische Belastungsverteilung.
Verlaufskontrolle dieses Falls nach 6 Wochen. Die Belastungsverteilung hat sich sowohl in den Lokomotionsdaten als auch in der klinischen Untersuchung verbessert.

Die klinischen Anzeichen umfassen eine intermittierende Lahmheit der betroffenen Gliedmaße, Schmerzen bei der Manipulation des Gelenks, Bewegungsschwierigkeiten sowie Steifheit und Empfindlichkeit im Schulterbereich.

 

Um eine subtile Lahmheit zu erkennen und die Entwicklung dieser muskuloskelettalen Störungen zu verfolgen, sind bestimmte vom Tendiboots™ Canine-System bereitgestellte Daten besonders hilfreich, wie Dr. Lucas erklärt:

« Für mich bieten die Tendiboots einen klaren Vorteil, wenn ich Zweifel hinsichtlich einer Lahmheit habe.

 

Das Tool hilft außerdem dabei, zu bestimmen, welches Gliedmaß am stärksten betroffen ist, und die Behandlungsprioritäten festzulegen. Die Parameter, die ich dabei besonders nutze, sind die Aufprallkräfte sowie die Schrittlängen und Schritthöhen.

 

Diese Informationen ermöglichen es, objektiv zu erkennen, ob der Hund beim Bewegen wieder an Belastungsfähigkeit in seinen Gliedmaßen gewinnt und ob er Defizite in der Gliedmaßenführung zeigt. » — Dr. Nina Lucas

Objektive Daten als Unterstützung zur Veranschaulichung für den Kunden

Tierhalter wünschen sich ein gutes Verständnis des Gesundheitszustands ihres Tieres sowie der vom Tierarzt getroffenen Entscheidungen. Da sie oft mit dem technischen Fachjargon nicht vertraut sind, schätzen sie neue Werkzeuge, die das Verständnis erleichtern. In diesem Zusammenhang erweist sich Tendiboots™ Canine als wertvolle Unterstützung für veterinärmedizinische Fachkräfte, wie Dr. Lucas erklärt:

 

„Meine Kunden mögen die Tendiboots ganz besonders. Es hat etwas Spielerisches: Sie legen ihrem Hund die kleinen Armbänder an, während ich zum Beispiel die Aufzeichnungen der vorherigen Sitzung überprüfe.

Abgesehen vom spielerischen Aspekt verstehen sie meine Erklärungen und meine Entscheidungen dadurch viel besser. Ich kann ihnen auf objektive Weise die Fortschritte der Behandlung zeigen.

 

Zum Beispiel, indem ich ihnen klar zeige, dass es ihrem Tier besser geht. Nicht nur, weil ich es sage, sondern weil sie selbst anhand der Daten sehen können, dass ihr Hund wieder mehr Bewegungsumfang oder Kraft in der behandelten Gliedmaße hat. Manchmal bestätigen die Daten auch ihre eigenen Beobachtungen am Tier, was sie sehr beruhigt.

 

Dieses bessere Verständnis wertet die Befunde und die durchgeführten Behandlungen auf.“Dr. Nina Lucas

Tendiboots™ Canine

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