Erkennung von Asymmetrien in der Hundelokomotion

Die frühzeitige Diagnose einer Erkrankung des Bewegungsapparates, die Linderung von Schmerzen oder die Vorbeugung von Verletzungen – es gibt viele Gründe, Lahmheiten und Asymmetrien beim Hund in der Veterinärmedizin frühzeitig zu erkennen.

Entdecken Sie in diesem Artikel einen neuen Ansatz auf Basis der Tendiboots™ Canine-Technologie, der die Beurteilung und Verlaufskontrolle von Lahmheiten beim Hund erleichtert.

Normales Gangbild vs. verändertes Gangbild

In der veterinärmedizinischen Forschung kann die Analyse der Tierlokomotion sowohl an gesunden Tieren als auch an Tieren mit Erkrankungen durchgeführt werden. Die Beobachtungen können unter natürlichen Bewegungsbedingungen erfolgen oder durch gezielt hervorgerufene Asymmetrien bzw. Lahmheiten ergänzt werden.

Im Rahmen der nachfolgend dargestellten Analysen wurden Lokomotionsveränderungen für sehr kurze Zeiträume (ca. zehn Sekunden) induziert und waren für das Tier nicht invasiv. Das Tier kehrt unmittelbar zu seinem ursprünglichen Gangbild zurück, und die verursachte Beeinträchtigung hält lediglich für wenige Sekunden an.

Die angewandten Verfahren ermöglichen eine reversible und verletzungsfreie Veränderung des normalen Gangbildes – von einer leichten Modifikation der Lokomotion bis hin zu einer intermittierenden Entlastung einer Vordergliedmaße (Lahmheitsgrad 4) – ohne dem Tier bleibende Schäden zuzufügen.

Keine sichtbare Lahmheit (natürliches Gangbild)

Deutlich erkennbare Lahmheit mit intermittierender Entlastung der Gliedmaße. Lahmheitsgrad 4/5 (verändertes Gangbild)

Lahmheitsgrad 1/5 (verändertes Gangbild)

Visuelle Einstufung von Lahmheiten

In der Kleintiermedizin wie auch in der Pferdemedizin können sich Tierärzte auf Skalen stützen, die zur visuellen Beurteilung von Lahmheiten entwickelt wurden.

Diese am häufigsten verwendeten Skalen sind in 5 Hauptkategorien unterteilt:

  • Grad 0 :Keine Lahmheit im Schritt und Trab erkennbar
  • Grad 1 : Leichte Lahmheit, intermittierend und im Trab deutlicher sichtbar
  • Grad 2 : Leichte, dauerhafte Lahmheit im Schritt und Trab
  • Grad 3 : Moderate, dauerhafte Lahmheit im Schritt und Trab
  • Grad 4 : Schwere, dauerhafte Lahmheit; einige Schritte zeigen keine Belastungsphase der Gliedmaße
  • Grad 5 : Keine Belastung der betroffenen Gliedmaße

Durch dieses Verfahren sind die Beobachtungen subjektiv und hängen bei geringgradigen Lahmheiten von der Erfahrung des Behandlers ab.

Quantitative Daten hingegen ermöglichen eine Objektivierung und Quantifizierung der Lokomotion, selbst bei Asymmetrien, die mit dem bloßen Auge nur schwer zu erkennen sind.

Fähigkeit des Tendiboots™ Canine-Systems zur Erkennung von Lahmheit beim Hund

Das Tendiboots™-System hat in den zuvor dargestellten Tests seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Lahmheit zu erkennen. Zudem konnte es Veränderungen in der Gewichtsverteilung in Abhängigkeit von den induzierten Lahmheiten aufzeigen.

Unveränderte Lokomotion
Keine Lahmheit beobachtet

Bei diesen Durchgängen lag der vom Tendiboots™ Canine-System angegebene Symmetrieindex bei -1,3 %.

Die erhobenen Daten zeigten, dass der Hund in seinem natürlichen Gangbild eine relativ symmetrische Verteilung der maximalen Bodenreaktionskräfte zwischen den Vordergliedmaßen aufwies.

Das Fehlen einer Lahmheit wurde zudem durch die visuelle Beobachtung (Videoanalyse) von zwei erfahrenen Tierärzten bestätigt.

Veränderte Lokomotion

Lahmheit Grad 4 beobachtet

Bei diesen Durchgängen wurden deutliche Veränderungen der Lokomotion aufgezeichnet. Der vom Tendiboots™ Canine-System ermittelte Symmetrieindex lag über 10 %, was auf erhebliche Abweichungen von normalen Gangmustern hinweist.

Die vom System erfassten Daten variierten zwischen den beiden Vordergliedmaßen in Korrelation mit dem von der induzierten Lahmheit betroffenen Gliedmaß, und standen im Einklang mit den visuellen Videoaufnahmen zweier erfahrener Tierärzte.

Veränderte Lokomotion

Lahmheit Grad 1 beobachtet

Bei diesen Durchgängen war der Symmetrieindex auf ~7,1 % zurückgegangen, was auf eine geringere Beeinträchtigung im Vergleich zum vorherigen Test (Lahmheit Grad 4) hinweist.

Die vom System erfassten Daten variierten ebenfalls zwischen den beiden Vordergliedmaßen und korrelierten mit dem von der induzierten Lahmheit betroffenen Gliedmaß. Auch die visuellen Videoaufnahmen der Tierärzte standen im Einklang mit den Ergebnissen.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten haben unter den durchgeführten Bedingungen die Fähigkeit des Tendiboots™ Canine-Systems aufgezeigt, die Auswirkungen einer induzierten Lahmheit auf die Lokomotion zu erkennen.

Dabei konnte das betroffene Gliedmaß identifiziert und ein Asymmetrieindex ermittelt werden, der mit den von erfahrenen Tierärzten angegebenen Lahmheitsgraden korreliert.

Diese Ergebnisse eröffnen wertvolle Perspektiven hinsichtlich des Nutzens der Analysen und der im Tendiboots™ Canine-System eingesetzten künstlichen Intelligenz zur Unterstützung der Erkennung von Lahmheiten beim Hund sowie deren Verlaufskontrolle.

Fazit

Zusammenfassend bietet die Verwendung objektiver Daten zur Analyse der Hundelokomotion mehrere bedeutende Vorteile:

  • Unterstützung der Diagnose: Objektive Daten ermöglichen eine präzise und quantitative Beurteilung der Lokomotion des Hundes und helfen dadurch, lokomotorische Störungen früher zu diagnostizieren.
  • Verlaufsüberwachung: Durch die objektive Erfassung der Lokomotionsparameter ist es möglich, die Entwicklung von Lahmheiten und Asymmetrien im Zeitverlauf zu verfolgen. Dies ist entscheidend, um die Wirksamkeit von Behandlungen und Interventionen zu beurteilen.
  • Entscheidungsunterstützung: Objektive Daten liefern greifbare Informationen, um fundierte Entscheidungen über die Behandlung und Rehabilitation von lokomotorischen Störungen zu treffen, was zu wirksameren Ergebnissen für die tierischen Patienten führen kann.
  • Kommunikation: Objektive Daten können genutzt werden, um Tierbesitzern die Schwere der lokomotorischen Störungen ihres Hundes sowie die Bedeutung von Behandlung und Rehabilitation zu verdeutlichen.
physiothérapie canine

Zusammenfassend trägt die Verwendung objektiver Daten zur Analyse der Hundelokomotion dazu bei, die Fähigkeit zur frühzeitigen Diagnose, Behandlung und Verlaufskontrolle lokomotorischer Störungen bei Hunden zu verbessern, was sich in einer besseren Lebensqualität für die Tiere widerspiegelt.

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