Small dog resting on a blanket — illustration of canine rehabilitation

Zervikale Bandscheibenextrusion bei einer älteren Hündin: Willows Genesung mit Tendiboots™ begleiten

Für Willow bedeutete Fortschritt, selbstständig in das Rehabilitationszentrum hineingehen zu können, statt getragen zu werden.

Nach einer Operation an der Halswirbelsäule benötigte die 13-jährige Hündin während der Einheiten auf dem Unterwasserlaufband erhebliche Unterstützung, um ihre Hintergliedmaßen vorzuführen. Bis zur sechsten Einheit konnte sie beide Hintergliedmaßen selbstständig nach vorn bewegen.

Steven Graham vom The Suddy Dog Rehabilitation Centre in Nordirland berichtet, wie Physiotherapie, Hydrotherapie und die Ganganalyse mit Tendiboots™ seinem Team halfen, Willows Genesung zu begleiten und weiterhin behandlungsbedürftige Schwierigkeiten zu erkennen.

Zervikale Bandscheibenextrusion: Warum Genesung mehr bedeutet als wieder gehen zu können

Bei einer Bandscheibenextrusion tritt Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal aus. Dadurch kann das Rückenmark komprimiert und geschädigt werden. Je nach Lokalisation und Schweregrad können betroffene Hunde Schmerzen, Schwäche und Koordinationsstörungen zeigen.

Die Operation soll die Kompression beseitigen, während die postoperative Rehabilitation die Wiederherstellung von Bewegung und Funktion unterstützt. Manche Hunde können wieder gehen, zeigen jedoch weiterhin Schwäche oder einen unsicheren Gang. Quelle: American College of Veterinary Surgeons.

Für Fachkräfte in der Rehabilitation besteht die Herausforderung deshalb darin, sowohl die Selbstständigkeit als auch die Bewegungsqualität zu beurteilen: Wie führt der Hund die einzelnen Gliedmaßen vor, wie setzt er seine Pfoten auf und wie bewältigt er alltägliche Aktivitäten?

Willow: ein komplexer postoperativer Befund

Willow ist eine 13-jährige kastrierte Jack-Russell-Terrier-Shih-Tzu-Mischlingshündin mit einem Körpergewicht von 7,3 kg.

Nach einer Operation wegen einer zervikalen Bandscheibenextrusion auf Höhe C6–C7 wurde sie von Dr. Bronach McClean von Veterinary Specialists Ireland überwiesen. Zunächst war eine Dekompression mittels Ventral-Slot-Technik erfolgt. Anschließend traten Nackenschmerzen und eine Schwäche aller vier Gliedmaßen, eine sogenannte Tetraparese, auf. Daraufhin wurde eine Revisionsoperation durchgeführt.

Bei der fachärztlichen Nachkontrolle konnte Willow selbstständig gehen, zeigte jedoch weiterhin mäßige Koordinationsstörungen sowie leichte Beschwerden und Steifheit im Halsbereich.

Vor Beginn der Hydrotherapie stellte die Physiotherapeutin Caroline eine aufgewölbte Rückenhaltung, eine Atrophie der Halsmuskulatur, erhöhte Muskelspannung im Rücken und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Halses fest.

Die erste hydrotherapeutische Untersuchung ergab außerdem:

  • Eine eingeschränkte Streckung der rechten Vordergliedmaße.
  • Einen verminderten Muskeltonus in beiden Hintergliedmaßen.
  • Einen leichten Tremor der rechten Hintergliedmaße.
  • Eine Hüftgelenkslaxität, insbesondere rechts.

Diese Befunde bestimmten ein Programm, das auf unterstützte Bewegung, Pfotenplatzierung und eine schrittweise Steigerung ausgerichtet war.

Willow bei der ersten physiotherapeutischen Untersuchung

Warum Physiotherapie und Unterwasserlaufband kombinieren?

Die anfängliche Physiotherapie umfasste Lasertherapie, sanfte manuelle Therapie und kontrollierte Übungen zur Beweglichkeit des Halses.

Das Hydrotherapieprogramm bestand aus wöchentlichen Einheiten auf dem Unterwasserlaufband mit einer erneuten Beurteilung nach sechs Einheiten. Ein relativ hoher Wasserstand sorgte durch den Auftrieb für Unterstützung, während Willow das Gehen übte.

So konnte das Team die Bewegung der Gliedmaßen und die Pfotenplatzierung unterstützen und gleichzeitig jeden Schritt beobachten. In den ersten Einheiten war erhebliche manuelle Hilfe an den Hintergliedmaßen erforderlich. Besonderes Augenmerk galt der Außenrotation der linken Hintergliedmaße während des Vorführens.

Die Behandlung sollte den aktiven Einsatz der Hintergliedmaßen fördern, die Wahrnehmung der Pfotenposition verbessern sowie Beckenstabilität und Bewegungssicherheit aufbauen. Die Steigerung richtete sich nach Willows Bewegungsqualität und Belastungstoleranz.

Sechste Einheit: mehr Selbstständigkeit in der Bewegung

Bei der erneuten Beurteilung am 9. August 2026 führte Willow beide Hintergliedmaßen auf dem Laufband selbstständig vor. Die Pfotenplatzierung war angemessener und die Tremorsymptomatik der Hintergliedmaßen deutlich reduziert.

Zudem konnte sie nun selbst in das Zentrum hineingehen, nachdem sie zuvor hatte getragen werden müssen.

Das Laufbandtraining war auf ein zügiges Schritttempo mit einer Steigung von 2 Grad gesteigert worden. Der hohe Wasserstand wurde zur Unterstützung beibehalten.

Die Bewegung der Vordergliedmaßen blieb ein Behandlungsschwerpunkt. Willow machte weiterhin kurze, schnelle Schritte und stolperte gelegentlich. Deshalb war manchmal sanfte manuelle Unterstützung nötig, um ein kontrollierteres Vorführen zu fördern.

Ihre Fortschritte waren bedeutsam, die Rehabilitation war jedoch noch nicht abgeschlossen.

Willow bei einer späteren physiotherapeutischen Untersuchung

Tendiboots™: Veränderungen im Gangbild besser verfolgen

Die erste Tendiboots™-Ganganalyse im Schritt am 23. Mai 2026 lieferte Ausgangswerte zur Belastung, Schritthöhe, Schrittlänge und zu zeitlichen Parametern. Die Wiederholung in der sechsten Einheit ergänzte die Beobachtungen des Teams zu Willows zunehmender Selbstständigkeit um einen direkten Vergleich aller vier Gliedmaßen.

Symmetrischere Schritte der Hintergliedmaßen

Die deutlichsten Veränderungen betrafen die Schrittlänge und Schritthöhe der Hintergliedmaßen.

Der berechnete Unterschied in der Schrittlänge zwischen den Hintergliedmaßen sank von etwa 40 % auf 10,5 %, also um rund 29,5 Prozentpunkte. Auch die aufgezeichneten Schritthöhen waren nun gleich.

Messgröße Hintergliedmaßen Links — Ausgangswert Rechts — Ausgangswert Links — Einheit 6 Rechts — Einheit 6
Maximale GRF (N/kg) 15,4 16,0 15,8 17,5
Schritthöhe (cm) 5 4 3 3
Schrittlänge (cm) 8 12 9 10
Stützphasendauer (ms) 602 547 299 288

Die maximale GRF ist die maximale Bodenreaktionskraft, normiert auf die Körpermasse. Sie beschreibt die Belastung während der Fortbewegung und nicht die Muskelkraft. Für die Prozentangaben zur Schrittlänge wurde die absolute Links-rechts-Differenz durch den Mittelwert beider Seiten geteilt und mit 100 multipliziert. Grundlage waren die gerundeten Werte des Fallberichts.

Bei der erneuten Messung zeigten die Hintergliedmaßen ähnlichere Schrittlängen und gleiche Schritthöhen. Obwohl die Schritthöhe auf beiden Seiten abgenommen hatte, war die deutlichste Beobachtung die stärkere Annäherung zwischen den Gliedmaßen. Diese Messungen ergänzten die während Willows Rehabilitation beobachteten Fortschritte um weitere Details.

Die maximale Belastung stieg an beiden Hintergliedmaßen, insbesondere rechts. Gleichzeitig nahm jedoch auch die Links-rechts-Differenz zu. Durch die gemeinsame Betrachtung von Schritt- und Belastungsparametern erhielt das Team ein vollständigeres Bild von Willows verändertem Gang und von den Unterschieden, die bei künftigen Untersuchungen weiterverfolgt werden sollten.

Messungen der Vordergliedmaßen: das Gesamtbild vervollständigen

Messgröße Vordergliedmaßen Links — Ausgangswert Rechts — Ausgangswert Links — Einheit 6 Rechts — Einheit 6
Maximale GRF (N/kg) 17,3 32,9* 15,1 18,4
Schritthöhe (cm) 3 6 3 4
Schrittlänge (cm) 9 12 10 12
Stützphasendauer (ms) 467 385 257 307

*Hinweis zur Aufzeichnung: Der Ausgangswert der rechten Vordergliedmaße ist mit Vorsicht zu interpretieren, da weniger Schritte erfasst wurden und der hohe Belastungswert keinem entsprechenden visuellen Befund gegenüberstand. Daraus lässt sich keine verlässliche Veränderung der Belastung ableiten. Die erste Messung fand in Innenräumen statt, die Wiederholungsmessung im Freien. Unterschiede in den Aufnahmebedingungen und im Gehtempo können die Vergleichbarkeit beeinflussen, insbesondere bei der Stützphasendauer.

Die Aufzeichnungen der Vordergliedmaßen ergänzten den Vergleich der Hintergliedmaßen um Schrittlänge, Schritthöhe und Belastung auf jeder Seite. Zusammen mit den während der Einheiten beobachteten kurzen, schnellen Schritten und dem gelegentlichen Stolpern bildeten sie einen Teil der Dokumentation für die weitere Verlaufskontrolle.

Gemeinsam ermöglichten Messwerte und klinische Beobachtungen, sowohl Willows zunehmende Selbstständigkeit als auch weiterhin auffällige Bewegungsmuster zu verfolgen.

Warum die weitere Physiotherapie wichtig blieb

Ein späterer physiotherapeutischer Bericht aus dem September dokumentierte anhaltende Schwierigkeiten trotz Willows zuvor erzielter Fortschritte.

Ihre Halterin berichtete von Tremor der Hintergliedmaßen während des Fressens. Dabei neigte Willow dazu, die Hintergliedmaßen nach hinten auszustrecken, statt eine gleichmäßig ausgerichtete Standposition einzunehmen. Die Untersuchung zeigte außerdem ein verändertes Gangmuster, eine verminderte aktive Beugung der Gliedmaßen und muskuläre Empfindlichkeit.

Ihre aufgewölbte Rückenhaltung war im Vergleich zu den ersten physiotherapeutischen Untersuchungen dennoch weiterhin verbessert.

Die Behandlung umfasste lichtbasierte Therapie, Massage und sanfte Dehnungen innerhalb ihrer Toleranzgrenze. Die bereits gezeigten Übungen für zu Hause wurden fortgeführt.

Diese spätere Kontrolle half, die Rehabilitation weiter an Willows alltäglichen Bedürfnissen auszurichten, darunter ihre Haltung beim Fressen, die Bewegung der Gliedmaßen und ihr Wohlbefinden.

Wie Tendiboots™ die Verlaufskontrolle unterstützte

Für Steven und das Rehabilitationsteam ergänzte Tendiboots™ die Beobachtungen um eine numerische Dokumentation: Ausgangswerte zum späteren Vergleich, direkte Vergleiche zwischen den Gliedmaßen und Messgrößen, die im Verlauf von Willows Rehabilitation verfolgt werden konnten.

In Verbindung mit der klinischen Untersuchung halfen die Ergebnisse dem Team dabei:

  • Veränderungen der Schrittsymmetrie der Hintergliedmaßen und der zeitlichen Parameter zu dokumentieren.
  • Verbleibende Unterschiede zu erkennen, die weiter beobachtet werden mussten.
  • Fortschritte zusammen mit Selbstständigkeit, Koordination und Belastungstoleranz zu beurteilen.
  • Die Befunde an Willows tierärztliches Team weiterzugeben.

Die zusammengeführten Befunde stützten die Entscheidung für weitere sechs Einheiten auf dem Unterwasserlaufband. Dabei sollte weiter an der Kraft der Hintergliedmaßen, dem Gleichgewicht, der Pfotenplatzierung und der Bewegungsqualität der Vordergliedmaßen gearbeitet werden.

Der nächste Schritt in Willows Genesung

Als nächster Meilenstein ist eine Kontrolle nach zwölf Einheiten geplant, einschließlich einer erneuten klinischen Untersuchung und einer Tendiboots™-Ganganalyse im Schritt.

Das Team wird die selbstständige Bewegung der Gliedmaßen, die Schrittqualität der Vordergliedmaßen, die Beckenstabilität und den Tremor erneut beurteilen, einschließlich der beim Fressen beobachteten Symptome. Wiederholungsmessungen unter ähnlichen Bedingungen sollen zeigen, ob die Verbesserungen erhalten geblieben sind.

Willows Fall verdeutlicht, wie funktionelle Fortschritte und objektive Messungen einander ergänzen können. Selbst in das Zentrum hineinzugehen und die Hintergliedmaßen eigenständig vorzuführen waren wichtige Erfolge. Die fortlaufende Beurteilung hilft dem Team zu verstehen, welche Unterstützung sie weiterhin benötigt.

Willow im Unterwasserlaufband

Über Steven Graham und The Suddy Dog Rehabilitation Centre

Steven Graham ist Hydrotherapeut für Kleintiere und Mitinhaber von The Suddy Dog Rehabilitation Centre in Banbridge, Nordirland.

Das Zentrum vereint Hydrotherapie, tiermedizinische Physiotherapie, Ganganalyse und weitere Rehabilitationsangebote für Hunde mit Mobilitätseinschränkungen. Bei Willow ermöglichte dieser kombinierte Ansatz dem Team, sowohl ihre Fortschritte während der Behandlung als auch die weiterhin bestehenden Schwierigkeiten zu Hause zu verfolgen.

The Suddy Dog Rehabilitation Centre kennenlernen.

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